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Städtische Berufsoberschule Schwabach

Besuch des amerikanischen Konsuls in Schwabach

Englisch-Projekt „America´s Life and Politics“

Im Zusammenhang mit dem Englisch-Projekt „America´s Life and Politics“ freute sich die Fachschaft der städtischen Berufsoberschule über den Besuch des amerikanischen Konsuls Stephen Ibelli aus München, um Informationen aus erster Hand zu dieser Thematik zu erhalten. Projekt 2018

Ermöglicht wurde die interessante Begegnung durch den Landtagsabgeordneten und Gedenkstätten-Direktor Karl Freller, der einst an der Wirtschaftsschule als Religionslehrer agierte. Dank dessen Verbindungen zu Professor Dr. Andreas Falke, dem Direktor des Deutsch-Amerikanischen Instituts (DAI) Nürnberg, der ebenfalls mit dabei war wie auch Manuel Kronschnabel vom Büro von Karl-Freller, erhielten die über 40 Schülerinnen und Schüler aus der 12. Und 13. Jahrgangsstufe informative und aktuelle Einblicke zur aktuellen wirtschaftspolitischen Lage und über das Leben eines amerikanischen Diplomaten.

Projekt 2018

Professor Falke übernahm es dabei, einführend den Lebensweg Ibellis vorzustellen. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass Ibelli in der Nähe von New York City aufgewachsen war und seinen Abschluss in Psychologie und über den Nahen Osten an der Cornell University ablegte. Da er immer wieder in die USA für eine gewisse Zeit zurückkehren müsse, sei er heute mit seiner Familie in Florida zu Hause.

Projekt 2018

Bevor Ibelli im 2005 mit dem Diplomaten-Dienst begann, volontierte er in Kasachstan. Darüber hinaus sei er für mehrere Firmen in Saudi Arabien und Äquatorialguinea tätig gewesen. So berichtete der Konsul zunächst, dass er seit 2017 für öffentliche Angelegenheiten (Presse und Kultur) des US- Generalkonsulats in München zuständig und somit im Dienste des US-Außenministeriums tätig sei. Hintergrund dieser Aufgabe ist es, den kulturellen Austausch zwischen Deutschen und Amerikanern zu intensivieren.

Projekt 2018

Von daher nütze er die Gelegenheit, mit Studenten, in Schulen und mit Zeitungen ins Gespräch zu kommen und auf die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen beider Staaten hinzuweisen. Schließlich sei Bayern ein wichtiger amerikanischer Wirtschaftspartner, wenn man allein nur an BMW denke, das in South Carolina ein großes Werk errichtet habe, betonte Ibelli.

Sein kurzweiliger Vortrag gestaltete sich als ein zwangloses, offenes Gespräch mit den Schülern. Karl Freller seinerseits ergänzte, dass nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht zwischen Deutschland und Amerika eine besondere Beziehung bestehe. Vielmehr erinnerte er daran, „dass die USA die erste Nation gewesen ist, die uns mit der Demokratie eine Zukunft gegeben hatte.“ Von daher müssten die Beziehungen – unabhängig der Person des Präsidenten – weiter geführt und gepflegt werden, führte Karl Freller weiter aus: „Das transatlantische Bündnis ist schließlich ein Garant für unsere Sicherheit. Nicht zuletzt sind diese Wirtschaftsverbindungen auch für Bayerns Export, wo quasi jede neunte Schraube aus der Region in die USA geht, sehr wichtig.“ Nicht nur seine souveräne Art auf wirtschaftspolitische und auf tagesaktuelle Fragen der Schüler wie den freien Waffenbesitz in den USA, das Verhältnis zu Russland und die Cyber-Angriffen zu reagieren, beeindruckte die jungen Leute. Auch mit seinen fließenden Sprachkenntnissen hierließ Stephen Ibellis einen bleibenden Eindruck. Diese bringe sein Diplomatenleben mit sich, erläuterte der Konsul, das ihn bereits in die verschiedensten Länder geführt habe. Wer in diesen Dienst eintrete, müsse einfach bereit sein, etwa alle drei Jahre in ein anderes Land zu wechseln, sich auf eine neue Kultur einzulassen und natürlich ebenso eine neue Sprache zu lernen. Dafür erfahre man etwa zwei Jahre vor der Versetzung „wohin die Reise“ gehe. Bislang sei er in Russland, Tunesien, Irak und Oman gewesen. Vielleicht müsse er das nächste Mal nach China. Das hieße, er müsste schnell Chinesisch lernen. Doch deutsch, englisch, französisch, russisch und auch arabisch könne er ja schon. Einfach sei dieser regelmäßige Wechsel nicht, vor allem wenn man eine Familie habe. Gemeinsam habe man sich auf neue Verhältnisse und auf neue Bekanntschaften. Gleiches gilt für die Kinder, die meist eine internationale Schule besuchten, die neue Freundschaften ließen müssten. So sei es ebenso nicht selbstverständlich, dass die Ehefrau einer Arbeit nachgehen könne. In Marokko oder Tunesien sei dies absolut unmöglich. Lachend aber meinte der Konsul schließlich: „Doch die Möbel bleiben immer gleich. Die ziehen immer mit!“ Die Länder könne man sich nicht direkt aussuchen, da die Konkurrenz um die Standorte groß sei: So wollten mit ihm noch 30 Mitbewerber nach Krakau.

Das Leben als Diplomat bringt allerdings durchaus Gefahrenmomente mit sich. Mit diesen hatte sich Ibelli im Irak, in Libyen und in Tunesien auseinandersetzen müssen. Auf der anderen Seite konnte er besonders ehrenvolle Aufgaben erleben, in der Weise als er vom tunesischen Präsidenten als Übersetzer angefordert wurde. Dank seiner offenen Art, verstand es Stephen Ibelli, mit den Schülern in ein anregendes und lebendiges Gespräch zu kommen. Für alle Beteiligten ging dieser Besuch daher viel zu schnell zu Ende. Und die Berufsoberschüler empfanden diese Begegnung als einen wirklich praxisnahen Englisch-Unterricht, den man nicht alle Tage erlebt.

Text und Bild Ursula Kaiser-Biburger




   







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